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Ägypten: Roadmap zur Reduzierung von Kunststoffabfällen im Tourismussektor veröffentlicht

27.10.2021

EPR-aegypten.PNGDie GIZ unterstützt im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) die ägyptische Regierung bei der Reduktion der unkontrollierten Müllentsorgung durch Förderung kreislaufwirtschaftlicher Strukturen und die Einführung eines Systems der erweiterten Produzentenverantwortung (EPR-System) für Verpackungen.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt im Rahmen der „Exportinitiative Umwelttechnologien“ des BMU die ägyptische Regierung bei der Reduktion der unkontrollierten Müllentsorgung durch Förderung kreislaufwirtschaftlicher Strukturen und die Einführung eines Systems der erweiterten Produzentenverantwortung (EPR-System) für Verpackungen. Nach dem Verursacherprinzip sollen Unternehmen, die ihre Kunststoffprodukte auf dem Markt verkaufen, auch die Verantwortung für das ordnungsgemäße Recycling übernehmen.

Die erwarteten Vorteile von EPR: Ein umweltpolitischer Ansatz, bei dem die Verantwortung des Produzenten ausgedehnt wird auf die Lebensphase des Produkts nach dem Ende seiner Nutzung.

Jedes Jahr werden in Ägypten mehr als 20 Millionen Tonnen an häuslichem Abfallaufkommen generiert, was eine Gefahr für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen darstellt. Die Abfallentsorgungsinfrastruktur ist überlastet, weshalb nur ein geringer Teil des Abfalls ordnungsgemäß deponiert oder wiederverwertet wird: Stattdessen landet der Großteil des Abfalls entlang von Kanälen und Flüssen, auf Straßen und freien Flächen. Dies hat auch negative Auswirkungen auf den Tourismussektor, welcher zu den wichtigsten Einnahmequellen des Landes gehört.

Vor diesem Hintergrund und im Rahmen des National Solid Waste Management Program (NSWMP) möchte das ägyptische Umweltministerium mit Unterstützung der GIZ kreislaufwirtschaftliche Strukturen fördern und ein EPR-System für Verpackungen einführen. Ziel ist es, die Recyclingquoten zu erhöhen und die Kostendeckung bei der Abfallsammlung und -behandlung zu verbessern.

Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen

Die GIZ fördert die Einführung eines EPR-Systems, indem sie mit Unterstützung der Waste Management Regulatory Authority (WMRA) die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Implementierung schafft. Im Auftrag der GIZ haben die deutschen Beratungsunternehmen Black Forest Solutions GmbH und Landbell AG eine Basisstudie zur Analyse der Ausgangssituation und Entwicklung möglicher Ansatzpunkte für die Einführung eines EPR-Systems in einem ausgewählten Tourismusgebiet durchgeführt. Die Studie basiert auf Best Practices der Europäischen Union und passt diese an die lokalen Gegebenheiten in Ägypten an. Ziel ist es, den institutionellen Rahmen zu schaffen und die Rollen und Verantwortlichkeiten der öffentlichen und privaten Akteur*innen zu klären.

Wichtige Ergebnisse der Studie sind unter anderem, dass ein spezifischer EPR-Rechtsrahmen erforderlich ist, dass mehr Daten über das Abfallaufkommen und die Erfassung von Abfall benötigt werden, dass Schulungen zum Aufbau von Wissen über EPR auf allen Ebenen verstärkt werden müssen und dass es wichtig ist, den Privatsektor und den informellen Sektor einzubeziehen, um nachhaltige Lösungen erfolgreich umzusetzen. 

Der Weg nach vorn: Analyse der lokalen Infrastruktur

Aufbauend auf der Studie wird nun in zwei Fallstudien (Heliopolis und Hurghada) die erforderliche lokale Infrastruktur analysiert und ein konkreter Umsetzungsplan entwickelt. Diese bilden dann die Grundlage für die Ausbauplanung auf nationaler Ebene. 

Zur Studie

Die Studie "Extended Producer Responsibility Scheme for Packaging Waste in Egypt" ist auf Englisch und Arabisch verfügbar.

Der globale Beitrag der GIZ zur „Exportinitiative Umwelttechnologien“ des Bundesumweltministeriums

Das Projekt in Ägypten ist Teil des GIZ-Globalvorhabens  zur Unterstützung der „Exportinitiative Umwelttechnologien“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Ziel der Initiative ist es, in Deutschland vorhandenes Wissen zu exportieren und eine nachhaltige Entwicklung weltweit zu unterstützen. Partnerländer sind Ägypten, Jordanien, Indien, Thailand, Malaysia, Indonesien und die Ukraine.

Die Ländermaßnahmen bauen technisches und institutionelles Know-how auf und schaffen die Grundlagen für die Einführung und den Einsatz von Umwelt- und Klimaschutztechnologien „made in Germany“. Die geförderten Aktivitäten unterstützen die Lösung zentraler Umweltprobleme, z. B. in den Themenfeldern Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz, Abwasserbehandlung, nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung, nachhaltiger Konsum, umweltfreundliche Mobilität und Luftreinhaltung.

Weitere Informationen

Factsheet: Erweiterte Produzentenverantwortung im Tourismussektor

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