Afrika-Aktivitäten der EXI: 36 Projekte in 9 Jahren mit rund 10 Mio. € gefördert
Die Exportinitiative Umweltschutz (EXI) fördert die Anwendung deutscher Umwelttechnologien und den Know-how-Transfer, vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern. Seit Bestehen der EXI 2016 wurden vielfältige Vorhaben in Afrika durchgeführt, die dazu beitragen, nachhaltige Entwicklungen auf dem Kontinent zu unterstützen und optimierte Umweltstandards in den Schwerpunktsektoren der EXI zu befördern.
Projekte in Afrika seit Gründung der EXI und deren Umsetzung
Seit 2016, dem Jahr der Gründung der EXI, wurden auf dem afrikanischen Kontinent 36 Projekte mit einem Finanzvolumen von insgesamt 9,9 Mio. € gefördert. Hiervon wurden 31 Projekte in der Region Subsahara-Afrika und fünf Projekte in Nordafrika umgesetzt.
Die Exportinitiative arbeitet bei der Umsetzung mit international agierenden Partnern zusammen. In Afrika wurden 17 der 36 Projekte mit dort vertretenen Auslandshandelskammern (AHK) und eins im Rahmen des „Globalvorhabens zur Unterstützung der EXI“ der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Ländermodul Ägypten umgesetzt.
Länder- und Themenschwerpunkte in Afrika 2016-2025
Das Afrika-Engagement der EXI erstreckt sich auf 10 Länder. Stand: 08/2025
Beschreibung der Grafik (barrierefrei)
Stand: August 2025
Die Folie zeigt eine Karte Afrikas mit den beteiligten Ländern blau hervorgehoben sowie eine Auflistung aller EXI-Projekte in Afrika von 2016 bis 2025. Insgesamt 36 Projekte in 11 Ländern, gefördert mit 9,9 Millionen Euro.
Die Projekte nach Ländern:
Ägypten: ENOSIS, ATLANTIS, CANOPUS, LanBew und IWK II
Angola: Ecolu
Botswana, Namibia und Südafrika: AHK SüdlAfrika
Cabo Verde: SustAgua Kap Verde, AHK Portugal, AHK Portugal2 und AHK Kap Verde
Kenia: AHK Kenia, AHK Kenia2, AHK Ostafrika und WEEE-GIP
Namibia: HYGO
Namibia und Südafrika: goAnywhere
Nigeria: AHK Nigeria und AHK Nigeria H2
Südafrika: AHK Südafrika, AHK Südliches Afrika WECISA, ecReUse, GLi:X, GLi:X GLC, GLI-X, HyTrA und OptiLED-RSA
Tansania: AHK Tansania
Länderschwerpunkte
Südafrika, 8 Projekte
Ghana, 7 Projekte
Kenia, 4 Projekte
Ägypten, 3 Projekte
Cabo Verde, 3 Projekte
Thematische Schwerpunkte
Wasser- und Abwasserwirtschaft, 15 Projekte
Kreislaufwirtschaft, 9 Projekte
grüner Wasserstoff, 5 Projekte
Querschnittstechnologien, 5 Projekte
Rund ein Drittel der Projekte der Exportinitiative in Afrika widmeten sich dem Thema Wasser- und Abwasserwirtschaft. . Stand: 08/2025
Beschreibung der Grafik (barrierefrei)
Stand: August 2025
Die Folie zeigt die Verteilung der EXI-Förderung in Afrika nach fünf Handlungsfeldern für den Zeitraum 2016 bis 2025. Links ein Ringdiagramm mit den Fördervolumina in Euro, rechts eine Tabelle mit Projektanzahl und Fördervolumen in Millionen Euro (netto).
Größtes Handlungsfeld ist die Grüne Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit 5 Projekten und rund 4,2 Millionen Euro – bei deutlich weniger Projekten als die anderen Felder das größte Fördervolumen. Danach folgen Wasser- und Abwasserwirtschaft mit 15 Projekten und 2,7 Millionen Euro (meiste Projekte), Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz mit 9 Projekten und 1,5 Millionen Euro, Querschnittstechnologien mit 5 Projekten und 0,9 Millionen Euro sowie Mobilitätslösungen mit 2 Projekten und 0,6 Millionen Euro.
Die Summe der Fördermittel beträgt gerundet 9,9 Millionen Euro.
Obwohl im Bereich Grüne Wasserstoff- und Brennzellentechnologie bisher nur 5 Projekte gefördert wurden, macht das Themengebiet aufgrund der relativ hohen Fördervolumina einen großen Teil der gesamten Fördermittel der EXI für Afrika aus.
Laufende Projekte 2023-2025
In den Jahren 2023-2025 erhielten bisher neun Projekte einen Zuschuss aus dem Förderprogramm. Das Gesamtbudget beläuft sich für diese Vorhaben in Afrika auf mehr als 4,9 Millionen €.
Laufende Projekte im Themenfeld Wasser- und Abwasserwirtschaft
Viele Unternehmen im südlichen Afrika leiden unter unsicherer Wasserversorgung und kennen weder ihren tatsächlichen Wasserverbrauch noch ihre Einsparpotenziale. WECISA unterstützt lokale Unternehmen aus Industrie und Gewerbe dabei, ihren Verbrauch zu messen, Einsparpotenziale zu finden und konkrete Maßnahmen umzusetzen. Die Ergebnisse – inklusive dokumentierter Einsparungen – werden im Rahmen einer Fachkonferenz sowie auf einer Onlineplattform präsentiert und sollen weitere Unternehmen zur Nachahmung motivieren.
Die wachsende Wasserknappheit in Ägypten macht die Meerwasserentsalzung unverzichtbar. Das CANOPUS-Projekt verfolgt einen integrierten Ansatz, um diese Technologie umweltverträglicher und energieeffizienter zu gestalten. Eine Demonstrationsanlage kombiniert mehrere Verfahren, um mehr Trinkwasser zu gewinnen, weniger Konzentrat zu erzeugen und Salze zurückzugewinnen. Der Einsatz erneuerbarer Energien senkt zusätzlich den CO₂-Ausstoß.
Das Projekt ecReUse setzt auf die Wiederverwendung von kommunalem Abwasser für Industrie, Landwirtschaft und Aquaponik-Anwendungen. Gleichzeitig wird durch die Integration innovativer Umwelttechnologien wie Anaerob-Reaktoren, Membran-Bioreaktoren und Sandfilter eine nachhaltige Energieerzeugung aus Abwasserprozessen ermöglicht. Ziel ist es, die regionale Wasserverfügbarkeit zu sichern, industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu fördern und das Stromnetz zu entlasten.
Die Kläranlage Ribeira da Vinha auf São Vicente ist die älteste Kap Verdes und reicht trotz eines Ausbaus nicht mehr aus, um die Anforderungen der wachsenden Stadt Mindelo zu erfüllen. SustAgua unterstützt die nationale Wasser- und Abwasserbehörde ANAS bei der Entscheidung über eine Modernisierung oder einen Neubau. Im Rahmen des Projekts wird eine Machbarkeitsstudie erstellt, die Dimensionierung, Technologien, Wirtschaftlichkeit und Umweltaspekte berücksichtigt. Die Ergebnisse sollen auch anderen kapverdischen Inseln helfen, ihre Abwasserprobleme zu lösen.
Das Projekt WEEE-GIP will ein funktionierendes System zur Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten aufbauen. Im Mittelpunkt steht die Etablierung einer Producer Responsibility Organisation (PRO), die von der AHK Services Eastern Africa gemeinsam mit kenianischen und deutschen Partnern koordiniert wird.
Laufende Projekte im Themenfeld grüner Wasserstoff
AHK Ghana H2
Die AHK Ghana arbeitet mit Partnern daran, die Rahmenbedingungen für die Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff in netzfernen Gebieten zu verbessern. Im Fokus stehen Mini-Grid-Systeme, mit denen ländliche Regionen zuverlässig mit erneuerbarer Energie versorgt werden können. Neben einer Marktstudie werden rechtliche und regulatorische Hürden identifiziert und adressiert.
GH2GH erprobt in einem Pilotprojekt in Tema, Ghana, den Einsatz grüner Wasserstofftechnologie zur Ergänzung von Solar-Mini-Grids. Ein Elektrolyseur erzeugt Wasserstoff, der gespeichert und bei Bedarf über eine Brennstoffzelle in Strom umgewandelt wird – ein Ansatz zur Erhöhung der Energieautarkie und zur Reduktion fossiler Energieträger wie Diesel. Das Projekt entwickelt skalierbare Lösungen für netzferne Regionen in Subsahara-Afrika und erschließt Exportpotenziale für deutsche Technologien.
HygO verbindet ein Microgrid zur Erzeugung und Nutzung von grünem Wasserstoff mit einer Anlage zur Wasseraufbereitung. Ein geschlossener Wasserkreislauf stellt die Energieversorgung sicher, während der bei der Elektrolyse freiwerdende Sauerstoff hilft, Schmutzwasser in Trinkwasser umzuwandeln. Das Projekt erprobt das System in Namibia und zeigt, wie sich saubere Energie und Wasser gemeinsam bereitstellen lassen.
Das Projekt HyTrA steht für Hydrogen Tryout Areal und bezeichnet ein Wasserstoff-Biotop, in dessen Zentrum ein Microgrid zur Erzeugung von grünem Wasserstoff steht, das HyGrid. Es handelt sich dabei um ein speziell für den afrikanischen Markt konzipiertes robustes und kostengünstiges Microgrid, in dem ein Elektrolyseur zur Wasserstofferzeugung und Brennstoffzellen zur Rückverstromung kombiniert werden. Im Projekt wurden die Einbindung und der Betrieb dieses neuartigen autarken Energieversorgungssystems unter den klimatischen Bedingungen in Südafrika getestet.