Projektabschluss stärkt Einsatz von grünem Wasserstoff in Ghana
Das Projekt AHK Ghana H2 hat mit einer Marktstudie und Informationsmaterialien Grundlagen für den Einsatz von grünem Wasserstoff in Ghana geschaffen. Marktanalysen, Schulungen und Empfehlungen zu Regulierung und Standards stärken Wissen und Strukturen für den künftige Projekte.
Das im Rahmen der Exportinitiative Umweltschutz (EXI) des Bundesumweltministeriums geförderte Projekt untersuchte, wie grüner Wasserstoff in dezentralen Mikronetzen zur Energieversorgung beitragen kann. Im Fokus standen insbesondere netzferne und bislang unzureichend versorgte Gemeinden. Dafür arbeitete die Delegation der Deutschen Wirtschaft in Ghana (AHK Ghana) von Juli 2024 bis Mai 2026 mit Behörden, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Entwicklungspartnern vor Ort zusammen.
Für die Entwicklung grüner Wasserstofflösungen braucht es neben technischen Konzepten auch verlässliche Informationen zum Markt, passende rechtliche Rahmenbedingungen und qualifizierte Fachkräfte. Hier setzte das Projekt an: Eine Marktstudie, eine Bewertung der rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen sowie Schulungen für Akteurinnen und Akteure entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette schufen wichtige Voraussetzungen für weitere Projekte.
Die Marktstudie und ergänzende Informationsblätter zeigen, dass Ghana gute Voraussetzungen für die Entwicklung von grünem Wasserstoff bietet. Dazu gehören die verfügbaren Solar- und Wasserressourcen sowie der hohe Energiebedarf in ländlichen Gebieten.
Marktpotenzial und Rahmenbedingungen
Gleichzeitig bestehen noch Hürden. Eine begrenzte Nachfrage, hohe Produktionskosten, fehlende Finanzierungsmöglichkeiten, regulatorische Lücken und begrenztes technisches Fachwissen erschweren die Marktentwicklung. Eine ergänzende Bewertung nahm deshalb die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen genauer in den Blick.
Dafür führten die Projektpartner Interviews und fünf Workshops mit ghanaischen Interessengruppen durch. Die Ergebnisse mündeten in Empfehlungen für eine nationale Wasserstoffstrategie, institutionelle Zuständigkeiten, technische Normen, Genehmigungsverfahren, Zollvorschriften und den Umgang mit Wasserressourcen.
Wissen für die praktische Umsetzung

Neben den Rahmenbedingungen stand der Kompetenzaufbau im Mittelpunkt. Vom 4. bis 26. Mai 2026 fanden fünf Schulungsmodule für rund 50 Teilnehmende aus Regierung, Industrie, Ingenieurwesen, Finanzwirtschaft, Logistik und Zoll statt.
Die Inhalte reichten von der Produktion, Speicherung und Sicherheit von Wasserstoff bis zu Regulierung, Projektentwicklung, Finanzierung, industriellen Anwendungen und Einfuhrverfahren. Lokale Fachleute passten die Schulungen an die Bedingungen in Ghana an. So entstand Wissen, das die Beteiligten bei der Planung und Umsetzung künftiger Projekte nutzen können.
Auch bei der Entwicklung von Standards unterstützte das Projekt vor Ort: Die Ghana Standards Authority und ihr Nationaler Technischer Ausschuss erhielten Unterstützung bei der Erarbeitung eines staatlichen Verhaltenskodex für grünen Wasserstoff.
Grundlagen für weitere Zusammenarbeit
Die neuen Erkenntnisse und Kontakte flossen auch in Stakeholder-Treffen und die „Green Hydrogen Conference“ im Rahmen der WACEE’25 in Accra ein. Deutsche und ghanaische Akteure tauschten dort Erfahrungen aus Pilotprojekten aus und diskutierten den Bedarf an Investitionen und Infrastruktur.
Für einen breiteren Einsatz von grünem Wasserstoff braucht Ghana weiterhin klare Regelungen, Finanzmittel und zusätzliche Kapazitäten bei erneuerbaren Energien. Das abgeschlossene Projekt hat dafür zentrale Voraussetzungen geschaffen: eine bessere Informationsgrundlage, anwendungsorientiertes Fachwissen, erste Beiträge zu einheitlichen Standards und ein Netzwerk für die weitere Zusammenarbeit. Die AHK Ghana steht dabei auch künftig als Ansprechpartnerin für deutsche und ghanaische Akteure im Bereich grüner Wasserstoff zur Verfügung.