NEWA2 nimmt zwei Pilotanlagen zur Wasserwiederverwendung in Lima in Betrieb
Das EXI-Projekt NEWA2 erprobt in Lima zwei Verfahren zur Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser: die kontrollierte Grundwasseranreicherung und ein solarbetriebenes Membransystem. Die Pilotanlagen sollen Erkenntnisse für eine breitere Anwendung unter trockenen Klimabedingungen liefern.
Das Projekt knüpft an die Ergebnisse von NEWA-LIMA (2022–2024) an. Das Vorgängerprojekt führte die kontrollierte Grundwasseranreicherung als naturbasierte Lösung in Peru ein. NEWA2 entwickelt diesen Ansatz weiter und ergänzt ihn um Membrantechnik, um unterschiedliche Verfahren der Wasserwiederverwendung unter den klimatischen Bedingungen Limas zu untersuchen.
Beide Pilotanlagen befinden sich auf dem Gelände der Kläranlage San Juan de Miraflores. NEWA2 wird im Rahmen der Exportinitiative Umweltschutz (EXI) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) umgesetzt.
Grundwasseranreicherung über Infiltrationsbecken
Im Sommer 2026 ging die Anlage zur kontrollierten Grundwasseranreicherung (Managed Aquifer Recharge, MAR) auf dem Gelände des Wasserversorgers SEDAPAL in Betrieb. Drei Infiltrationsbecken mit einer Gesamtfläche von 325 Quadratmetern lassen das Wasser durch den natürlichen, sandigen Untergrund versickern. Dabei wird es durch die Passage durch Boden und Grundwasserleiter zusätzlich gereinigt.
Die Anlage ist auf einen Durchfluss von rund 15 Litern pro Sekunde ausgelegt. Zwei Grundwassermessstellen in jeweils 45 Metern Tiefe überwachen die Entwicklung des Grundwassers. An der Inbetriebnahme nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter der GIZ und der Deutschen Botschaft in Peru teil.
Solarbetriebenes Membransystem zur Abwasseraufbereitung
Im September 2026 nahm das Projektteam am selben Standort ein solarbetriebenes Membransystem des Projektpartners Boreal Light in Betrieb. Die Anlage wurde in einem Container von Berlin nach Lima transportiert.
Keramische Ultrafiltrationsmembranen entfernen zunächst Schwebstoffe und weitere Partikel aus dem kommunalen Abwasser. Sie schützen damit die nachgeschaltete Umkehrosmose, bei der Wasser unter Druck durch eine spezielle Membran gepresst wird, um weitere gelöste Stoffe abzutrennen. Das System eignet sich auch für stark belastetes Wasser. Das Projektteam überwacht die Betriebsparameter und die Wasserqualität fortlaufend und schult das technische Personal von SEDAPAL in der Bedienung der Anlage.
Voraussetzungen für eine breitere Anwendung untersuchen
NEWA2 vergleicht die direkte Wiederverwendung über Membrantechnik mit der indirekten Wiederverwendung über die Grundwasseranreicherung. Darüber hinaus untersucht das Projekt die rechtlichen und institutionellen Voraussetzungen für einen Einsatz der Verfahren in größerem Maßstab. Workshops und Dialogformate binden dazu Akteure aus Politik, Wissenschaft und Praxis ein.
Die Universität Stuttgart (ZIRIUS), das TZW, das FiW an der RWTH Aachen und die Boreal Light GmbH sind im Projektverbund beteiligt. In Peru arbeiten die Partner mit SEDAPAL und der Universidad Nacional de Ingeniería zusammen.