Green Economy eröffnet internationale Exportchancen
Die Green Economy wächst weltweit. Bis 2030 könnte ihr jährliches Marktvolumen auf mehr als sieben Billionen US-Dollar steigen. Daraus entstehen auch Chancen für deutsche Umweltunternehmen auf internationalen Märkten.
Die Diskussion über Klimaschutz ist komplexer geworden: Geopolitische Spannungen und Fragen der Energieversorgung beeinflussen die Prioritäten von Staaten und Unternehmen. Gleichzeitig steigt die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre, und die globale Durchschnittstemperatur nimmt weiter zu.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Green Economy setzt sich ungeachtet dessen fort. Nach einer Studie des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum, WEF) und der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) erreichte sie 2024 weltweit einen jährlichen Wert von mehr als fünf Billionen US-Dollar. Bis 2030 könnte dieser Wert auf mehr als sieben Billionen US-Dollar steigen. Die Studie erwartet damit ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund sechs Prozent. Die Green Economy zählt damit nach dem Technologiebereich zu den dynamischsten Wachstumsbereichen weltweit.
Märkte für nachhaltige Lösungen wachsen
Zur Green Economy gehören unter anderem nachhaltige Energieversorgung und Mobilität, ressourcenschonende Produktionsweisen sowie Lösungen für Landwirtschaft, Gebäude und die Kreislaufwirtschaft. Auch der Umgang mit Kohlendioxid und Methan sowie die Anpassung an die Folgen des Klimawandels gehören dazu.
Dabei entwickeln sich die einzelnen Technologien unterschiedlich schnell. Etablierte Lösungen wie Solar- und Windenergie, Batterien und Elektrofahrzeuge wachsen in vielen Märkten weiter. Bei Technologien wie emissionsarmem Wasserstoff oder der Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Kohlendioxid, kurz Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS), hängt die weitere Entwicklung stärker von Kosten, technologischen Fortschritten und politischen Rahmenbedingungen ab.
Die Green Economy entwickelt sich damit für Unternehmen zu einem zunehmend relevanten Geschäftsfeld. Laut der Untersuchung von WEF und BCG wachsen grüne Umsätze im Durchschnitt doppelt so schnell wie Umsätze aus konventionellen Geschäftsfeldern. Eine Auswertung der London Stock Exchange Group, der britischen Börsengruppe LSEG, kommt für den Zeitraum von 2020 bis 2024 zu einem ähnlichen Ergebnis. Demnach stiegen grüne Umsätze im Durchschnitt um zwölf Prozent pro Jahr, während konventionelle Umsätze um sechs Prozent zulegten.
Internationale Märkte im Blick
Mit dem Wachstum der Green Economy nimmt zugleich der internationale Wettbewerb zu. Insbesondere China hat seine Position bei Investitionen, Produktion und dem Einsatz grüner Technologien deutlich ausgebaut.
Neue Marktchancen entstehen besonders dort, wo Unternehmen frühzeitig mit potenziellen Kunden und Partnern zusammenarbeiten. Marktkenntnisse, lokale Kontakte und ein gutes Verständnis der konkreten Bedarfe helfen dabei, Lösungen passgenau weiterzuentwickeln und neue Anwendungen zu erschließen. Auch in den Handlungsfeldern der Exportinitiative Umweltschutz (EXI) ergeben sich weiterhin gute Chancen. In der Kreislaufwirtschaft, im Bereich Wasser und Abwasser sowie bei grünem Wasserstoff für eine dezentrale Energieversorgung entstehen internationale Anwendungsfelder für entsprechende Umwelttechnologien.
EXI unterstützt die Vorbereitung auf Auslandsmärkte
Die EXI des Bundesumweltministeriums unterstützt deutsche Unternehmen dabei, ihre Umwelttechnologien unter den Bedingungen internationaler Märkte zu erproben und deren Einsatz vorzubereiten. Dazu können beispielsweise Machbarkeitsstudien oder Pilotvorhaben gefördert werden.
Die Förderung setzt damit an einer Phase an, in der aus einer technologischen Lösung noch kein fertiges Exportgeschäft geworden ist. Gerade in wachsenden Märkten kann es für Unternehmen wichtig sein, diesen Schritt sorgfältig vorzubereiten.
Solche Projekte schaffen eine Grundlage für den weiteren Markteintritt. Unternehmen können dabei Erfahrungen mit der Anwendung ihrer Technologie sammeln und gemeinsam mit Partnern vor Ort prüfen, welche Lösung unter den jeweiligen Bedingungen funktioniert. Gleichzeitig können Kontakte und Strukturen entstehen, die für eine spätere Zusammenarbeit und den Export relevant sind.