Dezentrale Stromversorgung mit Brennstoffzellen und grünem Wasserstoff

Die „Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“ (NOW GmbH) und die „Exportinitiative Umwelttechnologien“ des Bundesumweltministeriums arbeiten gemeinsam daran, durch umweltfreundliche Wasserstoff- und Brennstoffzellensysteme (Micro-Grid-Systeme) für möglichst viele Menschen eine nachhaltige, netzferne Stromversorgung zu ermöglichen. 

Stromversorgung sicherstellen

Ende 2018 hatten 860 Millionen Menschen weltweit keinerlei Zugang zu Elektrizität. Auch ein sicherer, unterbrechungsfreier Zugang zu Strom ist in vielen Regionen der Welt nach wie vor nicht gegeben.  Zur Stromversorgung oder um Stromausfälle zu überbrücken, werden daher häufig Dieselgeneratoren eingesetzt. In Nigeria wurde beispielsweise 2019 rund ein Drittel der Stromproduktion (19 TWh) durch Netzersatz-Generatoren bereitgestellt, in Indien waren es 2018 rund 140 GW Leistung aus Dieselnetzen. 

Dezentrale Systeme für mehr Klimaschutz

Dezentrale Systeme rücken sowohl im urbanen wie im ländlichen Umfeld immer stärker in den Fokus: Sie bieten robuste und schnell realisierbare Lösungen  – besonders, was die  Stromversorgung mit erneuerbaren Energien angeht. Mittlerweile sind ca. 10 Prozent der bisher installierten sogenannten „Micro-Grids“ reine Solar-PV oder Solar-Diesel Systeme, denn sie stellen oftmals die kostengünstigste Option für eine klimafreundliche Energieversorgung dar (Quelle: REN21). Um eine umweltfreundliche Stromversorgung für Millionen von Menschen sicherzustellen, müssen allerdings noch immens viele Dieselgeneratoren ersetzt werden.

Erneuerbare Energie mit Micro-Grids verfügbar machen

In den Micro-Grids werden Dieselgeneratoren durch Brennstoffzellen, Elektrolyseure und Wasserstoffspeicher ersetzt. Mit Hilfe von Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie können sie kleine, eigenständige Systeme in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen betreiben – und nutzen dabei ausschließlich erneuerbare Energien wie Sonne oder Wind.

Auslandsmärkte erschließen

Die Exportinitiative Umwelttechnologien fördert Projekte, die Dieselgeneratoren durch Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologien in der dezentralen Stromversorgung ersetzen. Dazu werden deutsche, mittelständische GreenTech-Unternehmen in Leuchtturmprojekten darin unterstützt, sich auf  erster Schritte in Auslandsmärkten vorzubereiten. Ziel ist es, dass die im Projekt entwickelten Konzepte und Aktivitäten in ausgewählten Zielländern umgesetzt werden. Damit würden eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der Sustainable Development Goals weltweit vorangetrieben.