Konferenz: Jordanien startet EPR-System
Mit einer hochrangigen Konferenz in Amman leitete Jordanien die Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung für Verpackungen ein. Ein Grußwort von Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte die Bedeutung der deutsch-jordanischen Zusammenarbeit.
Mit einer Konferenz in Amman hat Jordanien die Umsetzung eines neuen Systems der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Verpackungen eingeläutet. Am 16. Dezember 2025 kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und internationalen Organisationen zusammen, um den Weg für die Umsetzung ab 2026 zu ebnen.
Der jordanische Umweltminister Dr. Ayman Salman eröffnete die Veranstaltung und stellte die nächsten Schritte vor. Die Konferenz bildete den offiziellen Auftakt für die Einführung des Systems und bot Raum für Austausch, Vernetzung und neue Kooperationen.
Die jordanische Regierung wurde dabei durch Prozessberatung der GIZ im Auftrag der Exportinitiative Umweltschutz (EXI) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) sowie durch technische Beratung deutscher Unternehmen unterstützt.
Grußwort aus Berlin unterstreicht Partnerschaft
Zum Auftakt der Veranstaltung betonte der deutsche Umweltminister, Carsten Schneider, in einer Videobotschaft die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Jordanien und Deutschland: „Die heutige Auftaktveranstaltung zur EPR verbindet Deutschland und Jordanien auf die beste Weise. Gemeinsam senden wir eine klare Botschaft an Verbraucher, Industrie und Regierungen. Die Botschaft lautet: Nachhaltigkeit hat Priorität. Die Kreislaufwirtschaft ist machbar und wirtschaftlich sinnvoll. Die erweiterte Herstellerverantwortung spielt dabei eine Schlüsselrolle als Modell für nachhaltiges Wachstum und als hervorragendes Instrument, um Abfall von Anfang an zu vermeiden. Dieses Vorzeigeprojekt spiegelt den Geist der Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern wider.“
Deutsche und jordanische Unternehmen präsentieren Lösungen
Ein begleitender Marktplatz ergänzte die Konferenz. Dort stellten Unternehmen ihre Lösungen für die Umsetzung des EPR-Systems und den Aufbau eines Recyclingsektors in Jordanien vor. Aus Deutschland beteiligten sich die cyclos GmbH, Der Grüne Punkt, die Landbell GmbH sowie der Kunststoffrecycler Grannex.
Der Marktplatz vertiefte Kontakte aus Delegationsreisen und Webinaren des GIZ-Projekts und eröffnete Raum für weitere Kooperationen.
Erweiterte Herstellerverantwortung ermöglicht den Aufbau einer Recycling-Infrastruktur
Jordanien hat in den vergangenen Jahren rechtliche Grundlagen für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft geschaffen. Dazu zählt das 2020 verabschiedete Abfallmanagementgesetz. Das Gesetz führt die erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) für Verpackungen ein.
Das Instrument verpflichtet Hersteller und Inverkehrbringer, ihre Verpackungen nach Gebrauch zu sammeln und zu verwerten. Das EPR-System fördert den Aufbau eines funktionierenden Recyclingsektors. Es setzt Anreize für Investitionen in moderne Anlagen und schafft neue Arbeitsplätze. Zugleich hält es große Mengen an Verpackungsabfällen von Deponien fern und führt sie durch Recycling länger im Wirtschaftskreislauf.
Anpassungen an den jordanischen Kontext

Die Grundprinzipien der erweiterten Herstellerverantwortung ähneln sich weltweit. Ihre Umsetzung verlangt jedoch Anpassungen an nationale und regionale Gegebenheiten. Die jordanische Regierung analysierte internationale EPR-Strategien und passte sie mit Unterstützung des GIZ-Projekts und der cyclos GmbH an die eigenen Rahmenbedingungen an.
Das jordanische Umweltministerium und private Stakeholder schufen gemeinsam rechtliche, organisatorische und operative Voraussetzungen für eine maßgeschneiderte Lösung. Damit positioniert sich Jordanien als Vorreiter der Kreislaufwirtschaft in der MENA-Region.
Das jordanische Unternehmen AVTR übernimmt die operative Leitung des Verpackungsrecyclingsystems. AVTR baute ein qualifiziertes Expertenteam auf und entwickelte ein digitales Registrierungstool für Unternehmen. Damit schuf das Unternehmen die Grundlagen für einen erfolgreichen Systemstart.