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Pilotanlagen zur Wasserwiederverwendung in Südafrika in Betrieb genommen

Teilnehmende der IMESA-Fachkonferenz besichtigen die ecReUse-Pilotanlage zur energetischen Prozessoptimierung und Biogaserzeugung.

An der Kläranlage East Bank in East London, Südafrika, hat das EXI-Projekt ecReUse seine Pilotanlagen erfolgreich in Betrieb genommen. Das Projekt erprobt energieeffiziente Technologien zur Abwasserbehandlung und Wasserwiederverwendung. Gleichzeitig dienen die Anlagen als Trainingsplattform für lokale Fachkräfte.

Vertreterinnen und Vertreter der Projektpartner nahmen die Anlagen nach Abschluss der Design- und Installationsphase in den Testbetrieb. Ziel ist es, energieoptimierte Lösungen für kommunale Kläranlagen unter realen Betriebsbedingungen zu erproben und die regionale Wassersicherheit durch Wasserwiederverwendung zu stärken.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen der Exportinitiative Umweltschutz (EXI) gefördert und von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG gGmbH) betreut.

Modulare Technologien für Wasser- und Energieeffizienz

Die Pilotanlagen bestehen aus mehreren aufeinander abgestimmten Modulen. Dazu zählen Membranbioreaktor- und Ultrafiltrationsanlagen, die hochwertiges Prozesswasser für industrielle Anwendungen liefern. Ein anaerober Faulbehälter wandelt organische Reststoffe in Biogas um und unterstützt so die Energieoptimierung.  Ergänzend reinigt ein kontinuierliches Sandfiltersystem den Kläranlagenablauf nach, etwa für landwirtschaftliche Anwendungen. Ein kamerabasiertes Off-Grid-Überwachungssystem – also eine netzunabhängige digitale Kontrolle – erfasst die Prozesse und erleichtert den Betrieb.

Im Testbetrieb erzielte das Vorhaben bereits erste Ergebnisse. Der Faulbehälter erzeugt Biogas, das zu Demonstrationszwecken sicher abgefackelt wird. Die Membranbioreaktor- und Ultrafiltrationsanlagen liefern erste Filtrate, während der kontinuierliche Sandfilter nach einer Startphase Bewässerungswasser für das angrenzende Hydroponiksystem bereitstellen wird. Dort wachsen bereits Jungpflanzen für städtische Begrünungsprojekte erfolgreich mit aufbereitetem Wasser.

Best Paper Award auf der IMESA-Fachkonferenz

Auf der diesjährigen IMESA-Fachkonferenz (Institute of Municipal Engineering of Southern Africa) in East London präsentierten die Projektpartner den Demonstrator einer breiten Fachöffentlichkeit. In Vorträgen und geführten Anlagenbesichtigungen zeigten die Projektpartner die technischen Konzepte und Optimierungsansätze direkt vor Ort. Die begleitende Veröffentlichung erhielt den Best Paper Award in der Kategorie „Non-IMESA Member“.  Teilnehmende Ingenieurinnen und Ingenieure aus der südafrikanischen Wasser- und Bauwirtschaft konnten im Rahmen der Veranstaltung anerkannte CPD-Weiterbildungspunkte (Continuing Professional Development) erwerben.

Nächste Schritte und Wissenstransfer

In den kommenden Monaten stehen die Erhebung valider Betriebs- und Leistungsdaten sowie die schrittweise Übergabe des Anlagenbetriebs an lokale Partnerinnen und Partner im Fokus. Begleitend werden Schulungs- und Trainingsprogramme für Betriebspersonal, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie weitere Akteure des Wassersektors durchgeführt, um den langfristigen Betrieb und die Skalierung der Technologien zu unterstützen.
 

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Projekt ecReUse