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Erfolgreicher Projektabschluss: EXI stärkt Umweltschutz weltweit

Eine malaysische Delegation besuchte im Rahmen des Globalvorhabens eine deutsche Sortieranlage.

Im Dezember 2025 wurde das GIZ-Globalvorhaben „Umweltschutz weltweit“ erfolgreich abgeschlossen. Ziel des Projekts war es, politische, rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen zu verbessern, um Umwelt- und Klimaschutztechnologien „Made in Germany“ nachhaltig in internationalen Märkten zu verankern. In fünf Partnerländern wurden Institutionen gestärkt, Umweltstandards verbessert, systemische Lösungen und praxisnahe Piloten umgesetzt und neue Marktpotenziale für deutsche GreenTech-Unternehmen geschaffen.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) setzte das Projekt im Auftrag der Exportinitiative Umweltschutz (EXI) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) um. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Ministerien, lokalen Behörden, Kommunalverwaltungen der Partnerländer und deutschen Unternehmen wurden Umweltstandards entwickelt und verbessert – eingebettet in die Strategien der Partner und angepasst an die jeweiligen Bedürfnisse vor Ort.

Von April 2023 bis Dezember 2025 war das Projekt in Jordanien, der Ukraine, Thailand, Malaysia und Indien aktiv. Thematische Schwerpunkte lagen unter anderem auf Kreislaufwirtschaft, Abfall- und Ressourcenmanagement, Luftreinhaltung sowie nachhaltigem Konsum und Produktion. Von dem Projekt profitierten so der internationale Umweltschutz, die Partnerländer und die deutsche Wirtschaft.

Deutsche Expertise stärkt Jordaniens Vorreiterrolle in der Kreislaufwirtschaft in der MENA-Region

In Jordanien unterstützte das Projekt den Aufbau eines landesweiten Systems der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Verpackungen. Mit der Schaffung der rechtlichen Grundlagen, dem Aufbau einer Betreiberorganisation und intensiven Schulungen nimmt Jordanien eine Vorreiterrolle in der MENA-Region ein – unterstützt durch deutsche Unternehmen und die Exportinitiative Umweltschutz.

Unternehmen wie cyclos, Ambient und SynoptiCons brachten technisches Know-how ein, etwa bei der Entwicklung einer digitalen Open-Source-Registrierungsplattform, von Recyclingkonzepten und moderner Sammelinfrastruktur. Als Teil einer investiven Maßnahme haben BMUKN und BMZ gemeinsam elektrobetriebene Sammelfahrzeuge für die Altstadt von Amman beschafft.

Zudem bekamen jordanische Vertreter*innen bei Studienreisen nach Deutschland Einblicke in das duale System. Sie besuchten unter anderem die Firmen Grannex, Der Grüne Punkt, das zentrale Verpackungsregister, den Wertstoffhof der AWIGO Abfallwirtschaft sowie das Wiegelabor der cyclos GmbH.  

Erster interkommunaler Abfallzweckverband in der Ukraine

In der Ukraine leistete das Projekt trotz herausfordernder Rahmenbedingungen durch den russischen Angriffskrieg einen wichtigen Beitrag zur europäischen Annäherung bei einem schrittweisen Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft. In der Region Poltawa wurde das erste interkommunale Abfallwirtschaftsunternehmen des Landes namens „EcoService-2022“ gegründet. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es den teilnehmenden Kommunen, Kosten und Ressourcenverbrauch zu senken und gleichzeitig ein effektives Abfallmanagement aufzubauen, die Umweltbedingungen zu verbessern und die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. 

Neue Sammel- und Sortiertechnik, Schulungen des Personals und die enge Zusammenarbeit mit deutschen kommunalen Partnern wie dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV) schufen ein Modell, das inzwischen als Vorbild für weitere Regionen gilt. Über investive Maßnahmen wurde die notwendige Infrastruktur und Ausrüstung für EcoService-2022 bereitgestellt, darunter zwei Sammelfahrzeuge, ein Traktor, eine mobile Sortieranlage, ein Lader, eine Ballenpresse, eine Fahrzeugwaage, Container und Werkzeuge. 

Veranstaltungen in Schulen und Informationskampagnen, einschließlich eines Comics, haben dazu beigetragen, um ein Bewusstsein für die Trennung von Abfall und Kompostierung zu schaffen. Über 250 Tonnen Sekundärrohstoffe wie Glas, Papier und Kunststoff sammelte und verwertete EcoService-2022 in den ersten zwei Jahren. Die EXI hat die Gemeinden in Poltawa unterstützt, erfolgreich eine getrennte Abfallsammlung einzuführen, umweltfreundlichere Praktiken zu fördern und die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger in den Kommunen zu verbessern. Die EXI trägt damit auch zur nachhaltigen Entwicklung der Ukraine und einem perspektivischen Wiederaufbau bei.

Impulse für Kreislaufwirtschaft in Südostasien

In Thailand stand die Reduzierung von Einwegplastik im Mittelpunkt. Design-for-Recycling-Standards, Wissensaustausch und praxisnahe Pilotprojekte, etwa die Nutzung von Mehrwegsystemen bei Großveranstaltungen, trugen messbar zur Vermeidung von Einwegplastik bei. Mit der Gesundheitsabteilung der Stadtverwaltung Bangkok hat die EXI bei der Entwicklung eines kostenlosen Online-Kartendienstes zum Auffinden öffentlicher Wassernachfüllstationen unterstützt. Dadurch konnte der Zugang zu sicherem Trinkwasser verbessert und Plastikflaschen reduziert werden.  

In Malaysia unterstützte die GIZ die Behörden mit Schulungen und technischer Beratung bei der Umsetzung eines EPR-Systems. Weiterhin wurden in Zusammenarbeit mit den Partnern ein Papier mit politischen Empfehlungen für verbindliche Ökodesign-Richtlinien und zwei Studien zu Ökodesign-Anforderungen für Getränkeverpackungen und Notebooks entwickelt, um die Märkte für Kunststoffrecycling anzukurbeln.

Die EXI erleichterte den Wissensaustausch und den regionalen Dialog über die Vermeidung von Einwegplastik und EPR durch eine Reihe von Webinaren und Veranstaltungen zum Austausch zwischen den Stadtverwaltungen Bangkok und Kuala Lumpur, in enger Zusammenarbeit mit cyclos, dem Öko-Institut und den zuständigen Behörden.

Ganzheitlicher Ansatz in Indien

In Indien setzte das Projekt mehrere Schwerpunkte: Die Verbesserung des Managements organischer Abfälle in Städten, die Stärkung industrieller Umweltstandards im Textilsektor sowie die Reduzierung von Luftverschmutzung in Städten. Digitale Instrumente, Schulungen und Pilotmaßnahmen verbesserten die Planung, Umsetzung und Kontrolle von Umweltmaßnahmen auf kommunaler, bundesstaatlicher und nationaler Ebene. Die enge Zusammenarbeit mit den Universitäten in Rostock und Braunschweig, dem Umweltbundesamt und dem Deutschen Biomasseforschungszentrum förderte den Transfer bewährter Technologien und Standards.

Starke Partnerschaften, nachhaltige Wirkung

Über alle Partnerländer hinweg zeigt das GIZ-Globalvorhaben „Umweltschutz weltweit“, wie systemische Lösungen, gezielter Wissenstransfer aus Deutschland und Investitionen in Pilotlösungen zusammenwirken können. Das Projekt leistete Beiträge zu mehreren Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und schuf zugleich neue Marktpotenziale für deutsche GreenTech-Unternehmen. Mit dem erfolgreichen Abschluss hinterlässt das Vorhaben gestärkte Institutionen, belastbare Partnerschaften und praxiserprobte Lösungen für den globalen Umweltschutz.